Beate Steger und Carol Streeter beide in gelben Radklamotten mit ihren Rädern in Neuseeland

Weltreise E5 Lake Tekapo – 24.12.2001

Bericht 27: Westport – Lake Tekapo (Südinsel), Neuseeland Weihnachten 2001

Hallo,

wie versprochen, keinen Ton zum Wetter. Nur soviel: Wir haben kein Wohnmobil gemietet, sondern sind in den Bus gehüpft und nach Christchurch an die Ostküste und damit in die Sonne gefahren. Christchurch ist für uns bis jetzt die schönste Stadt in Neuseeland und insgesamt seit langem. Sehr englisch mit richtig historisch aussehenden Gebäuden hat es Spaß gemacht, eine Stadtbesichtigung zu machen. Schöne historische Städte in Nordamerika sucht man ja vergeblich und so war es klasse, nach Monaten mal wieder auf einem richtigen Marktplatz in einem Straßencafé zu sitzen. 

Eindrücke von Christchurch auf der Südinsel Neuseelands
Eindrücke von Christchurch auf der Südinsel Neuseelands

Es hatte uns so gut gefallen, dass wir uns kaum von Christchurch trennen konnten. Aber irgendwie sollte es ja weitergehen auf unserer Tour. Allerdings dachten wir morgens beim Losfahren nicht, wie schnell wir wieder in Christchurch sein sollten. Es fing schon damit an, dass wir beim Rausrollen vom Campingplatz einen Plattfuss hatten, den wir noch schnell reparieren mussten. Wie ein böses Omen hatten wir kurz darauf auf der Strecke den nächsten Plattfuss, wieder Carols Vorderrad.

Vor einigen Monaten haben zwei Weltreisende uns schnell- und selbstklebende Flicken empfohlen. Die waren in USA und Kanada ganz gut, aber bei der Hitze in Christchurch (ja, du liest richtig) haben die sich aufgelöst und alle Stellen, die wir so geflickt hatten, brachen wieder auf. Nach einigen weiteren Kilometern gab dann der Hinterreifen von Carols Rad nach. Und hier schlug der Pannenteufel richtig zu: Der Schnellspanner, der das Hinterrad am Rad selbst festhält, war durch den vielen Regen verrostet und wir bekamen ihn kaum auf. Das Gewinde machte die ganze Schrauberei nicht mehr mit und so war nichts mehr zu machen. Nach neun Monaten auf Tour ohne richtig ernsthafte Panne brauchten wir einen Fahrradladen und einen neuen Schnellspanner. Da vor uns mehr oder weniger Wildnis lag, mussten (oder durften :-)) wir zurück nach Christchurch. Glücklicherweise sind die Kiwis so nett, dass wir nach fünf Minuten stehen am Highway sofort eine Mitfahrgelegenheit hatten. Nicht so einfach mit zwei Rädern und unserem Gepäck, aber es soll doch tatsächlich Leute geben, die leere Anhänger durch die Gegend fahren. Wir wurden bis zum Campingplatz zurück gebracht, welch ein Service. Den nächsten Tag verbrachten wir damit, weitere Platten zu flicken – insgesamt waren es sieben Stück. Wir waren am Schluss so schnell beim Flicken, wir hätten jeden Wettbewerb gewonnen.

En route Richtung Lake Tekapo auf der Südinsel von Neuseeland
En route Richtung Lake Tekapo auf der Südinsel von Neuseeland

Gestern kamen wir bei Lake Tekapo an, einem Highlight in Neuseeland. Der See ist türkisfarben in einer Intensität, dass ein Maler sie nicht besser kreieren könnte und im Hintergrund sind die Südlichen Alpen, wie hier die Bergkette genannt wird. Wir sind ganz in der Nähe von Mount Cook, dem höchsten Berg hier mit 3754 m. Damit der Berg nicht so alleine hoch ist, gibt es noch weitere 26 Berge, die über 3000 m hoch sind und 140 Berge, die immerhin über 2100 m kommen. Nicht schlecht.

Und das beste ist, wir sind in Unterkunft extra für Radfahrer. Wir hatten es gar nicht gleich kapiert, dass der Besitzer auch der Autor der beiden fantastischen Neuseeland-Radführer ist: „Pedallers‘ Paradise“ von Nigel Rushton, jeweils ein Buch für die Nord- und eines für die Südinsel. Die Bücher beschreiben komplett Neuseeland, mit allen Strecken, die mit dem Rad zu machen sind. Wir fahren schon die ganze Zeit damit und jetzt treffen wir den Autor selber. Wo passiert so etwas schon. Übrigens, falls du an den Büchern interessiert bist, jedes Buch kostet ca. 12 DM und ist jede Mark wert.

"World famous author" Nigel mit Carol, Südinsel Neuseeland
„World famous author“ Nigel mit Carol; Südinsel Neuseeland

Unsere weitere Route wird uns nach Oamaru führen, wo es eine Kolonie von Pinguinen gibt. Dann geht es weiter nach Dunedin, das neuseeländische Gegenstück zu Edinburgh in Schottland. Dort wollen wir neuseeländische Weihnachten verbringen. Zu Silvester steht eine ehemalige Bahntrasse auf dem Plan, 150 km durch den Busch. Wir sind jetzt schon ganz begeistert davon und wollen mal sehen, wie es ist im Vergleich zum Kettle Valley Railway in Kanada.

Am Lake Tekapo auf der Südinsel von Neuseeland
Am Lake Tekapo auf der Südinsel von Neuseeland

Das ist der letzte Bericht im Jahr 2001. Im neuen Jahr geht es weiter mit Geschichten und Bildern von unserer Tour. Wir wünschen dir wunderschöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr,
Beate und Carol

Alle Berichte geordnet nach Datum

Nach oben scrollen