Zelten im Royal Nationalpark in Australien

Weltreise E6 Batemans Bay – 29.01.2002

Bericht 30: Sydney – Batemans Bay, Australien 
29. Januar 2002

Beate Steger beim Download der Bilder auf den Laptop
Da die Digitalkamera (im Jahr 2002) nur 40 Bilder aufzeichnen kann, müssen diese immer wieder auf den Laptop runtergeladen werden

G’day,

da sitzen wir in einer klimatisierten Bar und freuen uns, ein wenig der Hitze da draußen zu entkommen. Und vor drei Wochen waren wir noch im Regen und hätten uns über jeden Sonnenstrahl gefreut. Komische Welt, nicht?

Die Feuer sind ausgegangen und lassen eine "Herbststimmung" zurück, Australien
Die Feuer sind ausgegangen und lassen eine „Herbststimmung“ zurück, Australien

Australien ist riesig und wir kommen uns vor wie kleine Ameisen mit unseren Rädern. Zur Zeit radeln wir von Sydney Richtung Melbourne an der Südküste entlang und es scheint uns, als wären alle 20 Millionen Australier gerade in dieser Gegend unterwegs. Am 26. Januar war „Australia Day“ (Gedenktag für die erste Landung von Europäern im Jahr 1788 – die Aborigines sagen auch „Invasion Day“ dazu) mit anschließendem langen Wochenende plus momentane Sommerferien für die Kids. Das bedeutet einen Massenandrang auf den Straßen. Da es nicht so viele Straßen gibt und wir auf dem „Princes Highway No. 1“ radeln müssen, ist es wie auf einer deutschen Autobahn, allerdings nur mit einer Spur. Deshalb machen wir heute Pause und hoffen auf das Ende der Sommerferien Ende dieser Woche.

Küstenlandschaft bei Royal Nationalpark, ein Steinwurf von Sydney entfernt, Australien
Küstenlandschaft bei Royal Nationalpark, ein Steinwurf von Sydney entfernt; Australien

Wir hatten schon daran gedacht, doch ins Outback zu gehen und so den Verkehr zu meiden. Aber im Norden Australiens haben sie jetzt Winter. Und Winter sieht so aus, dass es regnet wie verrückt (das kennen wir doch?) und dazu unglaublich heiß ist, was ungefähr eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 348 Prozent ausmacht :-))) (Es sollen ungefähr 95 Prozent sein.) Von Outback und dem Norden Australiens wird also gerade abgeraten.

Für eine 3km-Wanderung werden wir mit einem einsamen Strand belohnt - Booderee Nationalpark
Für eine 3km-Wanderung werden wir mit einem einsamen Strand belohnt – Booderee Nationalpark

Die Küste im Süden von New South Wales ist fantastisch und bietet alles, was das Wassersportherz begehrt. Viele kleine Strandorte mit unglaublich viel Leben, aber auch hunderte von Nationalparks mit einsamen Sandstränden, die allerdings einige Kilometer Laufen erforderlich machen. Aber was machen wir nicht alles für einen einsamen Sandstrand. 

Australien hat mehr als 500 Nationalparks und es ist, als ob man von einem NP in den nächsten fallen könnte. Meistens müssen wir jedoch einen Umweg in Kauf nehmen, da sie nicht gerade am Highway liegen. Die Hitze, fehlende Alternativstraßen (also nur Highways) und riesige Distanzen machen Australien nicht gerade zu einem Radlerparadies. Es ist schon eine besondere Herausforderung, hier mit dem Drahtesel unterwegs zu sein und wir haben auch noch nicht viele Radler getroffen. Die wenigen, die wir gesehen haben, erzählen von Starts bei Sonnenaufgang, um der Hitze zu entkommen, Unmengen von Wasser, die sie transportieren und den Leiden, die man aber am Ende der Tour ganz schnell wieder vergessen hätte.

Mutter- und Tochter-Känguru beim Grasen, Australien
Mutter- und Tochter-Känguru beim Grasen; Australien
Ein "scarlet rosella" bei der Radinspektion, Australien
Ein „scarlet rosella“ bei der Radinspektion, Australien

Die Tierwelt ist gigantisch. Es ist, als wären wir in einem überdimensionierten Zoo gelandet. Opposums und Kängurus sind ja schon an der Tagesordnung, aber die vielen, bunten Vögel und dann sogar Giftschlangen, die einfach so über den Campingplatz schlängeln, weil sie ihren Sumpf suchen, das ist schon unglaublich. Die Schlangen sind aber ungefährlich, so lange wir sie in Ruhe lassen. Es gibt nur eine Art, die wirklich angreift. Sehr beruhigender Gedanke, nicht?

Morgens werden wir von einem großen Vogelkonzert geweckt und abends werden die Geräusche so bizarr, dass wir glauben, im Dschungel mit hunderttausenden von Affen zu sein. Beim Laufen durch den Busch sind wir sehr vorsichtig im tiefen Gras, weil sich dort Schlangen, giftige Frösche und gefährliche Spinnen verstecken können. Unsere Schuhe, die wir die ganze Zeit im Vorzelt über Nacht hatten, finden jetzt Platz am Ende unserer Schlafsäcke, damit wir morgens nicht Unmengen von geflügelten Ameisen oder anderem Getier darin vorfinden. 

Die "red-bellied black"-Schlange bei der Radinspektion, Australien
Die „red-bellied black“-Schlange bei der Radinspektion; Australien

Morgen wollen wir einen Abstecher nach Canberra, der Hauptstadt von Australien machen. Canberra liegt im Hinterland, bei den Snowy Mountains, und wir hoffen auf wenig Verkehr, weil sich zur Zeit alle an der Küste aufhalten. Von Canberra aus werden wir, teilweise auf nicht asphaltierten Straßen, wieder auf die Südküste zufahren und uns Richtung Melbourne aufmachen.

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